Sonderebenheiten in Hochregallagern mit Schmalgängen

Published on Jun 10, 2021 2:03:02 PM

Abweichend von den Anforderungen nach DIN 18202 werden für Hochregallager häufig wesentlich höhere Anforderungen an die Ebenheit einer Betonoberfläche gestellt, wenn diese mit leitliniengeführten Flurförderzeugen befahren werden. Diese Lagersysteme sind gekennzeichnet durch große Regalhöhen und enge Fahrgassen.

Toleranzen nach DIN 15185

Bei Hochregallagern bis ungefähr 14m Höhe erfolgen Stapelvorgänge mit flurgebundenen Staplerfahrzeugen – so genannten Hochregalstaplern. Die Hochregalstapler bewegen sich zwangsgeführt mit Rädern auf der Bodenoberfläche (Flur) in Schmalgängen ab ca. 1,80m Breite.


Staplerhersteller und Lagerbetreiber fordern für Hochregalsysteme, bei denen Hochregalstapler eingesetzt werden, wesentlich geringere Toleranzgrenzen in den Schmalgängen zwischen den Hochregalen als die Maßtoleranzen der DIN 18202.

pic2Mechanische Zwangsführung  - Schienenführung

Linde #RichtlinienSchmalgang 1-1

 1. Leitdraht
 2. Nut
 3. Magnetfeld
 4. Empfangsantennen
 5. Sendeantenne (Spule) für Funktionstest

 

 

Induktive Leitlinienführung

Über die Ebenheit des Bodens soll die Palettenentnahme durch die Hochregalstapler auch in den oberen Regalfächern sichergestellt werden. Häufig verbleibt zwischen Auflagebalken des Regals und Palette nur 25mm Toleranz für das Einfahren des Greifarmes. Mit steigender Huböhe des Staplers soll die Gabel des Staplers trotz des begrenzten Raumes in den Fahrgassen die Paletten entnehmen können. Aus diesem Grund werden an die Ebenflächigkeit solcher Böden wesentlich höhere Anforderungen gestellt. Die zulässigen Toleranzen sind in der Maschinenbaunorm DIN 15185 geregelt.

Höhenunterschiede und Ebenheitstoleranz quer und längs zur Fahrspur

In Schmalgängen und in Bereichen, in denen mit gehobener Last gefahren wird, sind abweichend von DIN 18202 die in den nachstehenden Tabellen 1 und 2 angegebenen Toleranzen einzuhalten; diese gelten für die Fahrspuren.

Anmerkung 1: Diese Mindestanforderungen an die Toleranzen des flächenfertigen Fahrbodens sind als vorrangiger Vertragsbestandteil zu vereinbaren.
Anmerkung 2: Die Lage der Fahrspuren (Beispiel: siehe Bild 1) ist  vom jeweiligen Fahrzeugtyp abhängig.

DIN 15185, Teil 1, Tabelle 1:

Höhenunterschiede quer zur Fahrspur zulässiger Höhenunterschied h als Grenzwert zwischen
den äußeren Fahrspuren Sp bei Fahrspurweite S in m
bis 1,0 m

über 1,0 m
bis 1,5 m

über 1,5 m
bis 2,0 m
über 2,0 m
bis 2,5 m
Flurförderzeug-Hubhöhe ≤6,00 m 2,0 mm 2,5 mm 3,0 mm 3,5 mm
Flurförderzeug-Hubhöhe >6,0 m 
und Automatikbetrieb
1,5 mm 2,0 mm 2,5 mm 3,0 mm

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Höhenunterschied = h

Spurweite = S

Fahrspuren = P

 

 

DIN 15185, Teil 1, Tabelle 2:

Ebenheitstoleranzen längs
zu den Fahrspuren

Stichmaß als Grenzwerte in Fahrspuren Sp
bei Meßpunktabständen in m 
1,0 m 2,0 m 3,0 m 4,0 m
für alle Einsatzarten 2,0 mm 3,0 mm 4,0 mm 5,0 mm

Die Prüfung der Ebenheit erfolgt nach DIN18202

Die übrige Fläche muss in Ihrer Ebenheit der DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 entsprechen.

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VDMA – Richtlinie Böden für den Einsatz von Schmalgang-Flurförderzeuge

Die Richtlinie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) ist eine Überarbeitung der DIN 15185 von 1991, da es eine Neufassung dieser Norm vermutlich nicht geben wird. Das Prinzip der DIN 15185 wurde dabei übernommen und dem Stand der Entwicklung angepasst. Durch die Einführung der Fx Nummer wird zusätzlich die Kurzwelligkeit geregelt.
Es wird gemäß der Tabelle nicht wie in DIN 15185 stufenweise festgelegt, sondern für jede Spurweite linear errechnet. Neu ist auch die Festlegung über 10 m Hubhöhe

Als Grenzwerte im Regalgang wird hierin definiert:

A.1.3 Grenzwerte der Kenngrößen
Die Werte der Kenngrößen dürfen die Werte in Tabelle A.1 nicht überschreiten.

oberste Regalauflage (m) ZSLOPE (mm/m) dz = Z x Zslope
15 1,0 Z x 1,0 mm/m
10 1,5 Z x 1,5 mm/m
bis 6 2,0 Z x 2,0 mm/m
Anmerkung: Für Regalauflagen > 6 m ist Interpolation erforderlich, wie in Abb. B.1 gezeigt.

Tabelle A.1
Grenzwerte für ZSLOPE

 

A.1.4 Grenzwerte für die Ebenheit entlang der Fahrspuhren in Schmalgängen

Die Werte dürfen die in Tabelle A.2 angegebenen Werte in nicht überschreiten.

Die Messung muss wie in DIN 18202 beschrieben durchgeführt werden.

Abstand zwischen Messungen I Spalt unter Messlineal
1 m 2 mm
2 m 3 mm
3 m 4 mm
4 m 5 mm

Tabelle A.2
Grenzwerte entlang der Fahrspuren

 

A.1.8 Grenzwerte der Welligkeitszahlen Fx oder Fx, avg

Die Werte der Welligkeitszahlen Fx oder Fx,avg für alle Radspuren und alle 2 m
Abschnitte müssen die Werte in Tabelle A.3 überschreiten.

oberste Regalauflage (m) Fx oder Fx,avg
15 525
10 400
bis 6 300
Anmerkung: Für Regalauflagen > 6 m ist Interpolation erforderlich,
wie in Abb. B.1 gezeigt.

Tabelle A.3
Grenzwerte für Fx oder Fx, avg

B.2 Grundprinzip für die Messung der Profilkrümmung

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Die Welligkeitszahl Fx wird mit einem definierten Messgerät bestimmt. Dabei werden Daten alle 50 mm aufgenommen und mit einer statistischen Methode ausgewertet. Abhängig von der Hubhöhe erfordert die Einhaltung bei maschinell geglätteten Industrieböden zusätzliche Maßnahmen.

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Twintec GmbH erstellt Ihnen diese hohen Anforderungen nach DIN 15185 oder VDMA – Richtlinie monolithisch im Beton. Die Ausführung erfolgt zeitgleich mit der Ausführung der Bodenplatte. Die Arbeit erfordert eine präzise Ausführung mit dem hierfür erforderlichen Fachpersonal und Spezial-Geräteeinsatz. Es fallen keine zusätzlichen Bauzeiten an, wie sie beispielsweise durch das Aufbringen von späteren Belägen oder Gassenschleifen erforderlich werden. Dies ist für den Bauablauf und die oftmals kurzen Bauzeiten ein immenser Vorteil für den Nutzer.

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Mechanisches Einbauverfahren der Bodenplatte mit Laserscreed und Spreader.

Bei unserem Verfahren handelt es sich um ein gegenüber anderen Ausführungssystemen sehr wirtschaftliches Verfahren. Gleichzeitig bleiben die guten Eigenschaften einer oberflächenfertigen Betonoberfläche erhalten.
Auch im Rahmen der Drittverwendbarkeit ist erhält der Bauherr und Nutzer eine Fläche, welche auch nach Abbau der Regale ohne aufwendige Zusatzleistungen (z.B. das Aufbringen von Ausgleichsbelägen) genutzt werden kann.

Gerne arbeiten wir Ihnen anhand Ihrer Anforderungen eine individuelle Konzeption aus. Gerne auch unter Angaben und/oder gemeinsamer Ansicht von Referenzobjekten oder aktuellen Baustellen.

Kundenstimmen:

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Posted by Klaus Raacke

Topics: SFRC, VNA, seamless concrete flooring